Belgische Schäferhunde Deutschland e.V.Rassehundzuchtverein für Belgische Schäferhunde
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Rasseporträt und Geschichte des Belgischen SchäferhundesBis ins 17. Jahrhundert hinein wurden die Schafherden in Europa vor allem durch den Hirten und nicht von den Hunden gehütet. Die Hunde hielt der Schäfer zum Schutze gegen Raubtiere und Diebesgesindel, nicht aber zum Hüten und Treiben der Herde. Diese großen Hunde wurden nur an Ketten geführt und durften nur zum Verfolgen eines Raubtieres oder eines Schafdiebes freigelassen werden. Kälte und Nässe ertragen können und ihre Kost war meist dürftig. Dabei war die Arbeit äußerst vielseitig und erforderte vom Hund ein großes Maß an Selbständigkeit. Die Hunde wurden ausschließlich ihrer Eigenschaften wegen ausgesucht und vermehrt. Daher gleichen sich die Schäferhunderassen Europas sehr.
Entstehung der RasseDie Schafhirten in Belgien hatten um die Jahre vor 1890 die damals ca. 50-55 cm kleinen Schäferhunde, die wendig, temperamentvoll, genügsam und intelligent waren. Ausdauer und Wetterfestigkeit, Wachsamkeit und schnelles Reaktionsvermögen war ihnen allen gemeinsam. Auffällig war bei allen jedoch die große Konzentriertheit bei der von ihnen aufgetragenen und geforderten Arbeit sowie die enge Bindung an ihren Herrn. Der GroenendaelUm das Jahr 1889 erwarb der Schafzüchter Beernaerts in Uccle einen Herdenhund in Feluy-Arquennes und gab ihm den Namen „Picard d’Uccle“. Von diesem Hund „Picard“ ließ der Schlosswirt Rose aus Groenendael bei Brüssel seine langhaarige Schäferhündin „Petite“ decken, und aus dieser Verbindung ging im Mai 1893 der Rüde „Duc de Groenendael“ hervor, ein schwarzer Hund mit weißem Abzeichen, mittelgroß, von edler Haltung und stolzem Gang. 1898 wurde Duc und seine Vollschwester Margot von Prof. Reul gerichtet und für die Zucht für gut befunden. Duc’s Vater „Picard“ ist der Vorgänger aller Groenendael (schwarz) und gleichzeitig ist er auch mit der Stammvater seiner nicht schwarzen Nachkommen, den TervuerenDiese unterscheiden sich lediglich durch ihre Farbe : rot bis rot-braun oder grau mit einer schwarzen Maske.
LaekenoisDie Ursprünge der Laekenois und Malinois sind teilweise gleich. Stammvater der Malinois war der rauhaarige Rüde "Vos". Unter seinen Nachkommen fallen neben kurzhaarigen Welpen auch welche mit rauem Haar, die die Ahnen der Laekenois werden. "Vos I", rauhaarig rot, und "Lieske", kurzhaarig, zeugen den rauhaarigen Tom. Tom und Ponts bringen den roten rauhaarigen "Vos II" hervor. MalinoisDie Ahnen der Abstammungstiere der Laekenois Vos und Lieske sind auch für die Varietät der Malinois verantwortlich. Über Vos I und Lieske entstand die kurzhaarige, braungestromte "Diane", die mit dem graubraunen "Samlo" verpaart wurde. "Samlos" Abstammung ist ungewiss. Der daraus hervorgegangene "Tomy" wurde der Stammvater der Malinois. Er wurde mit der kurzhaarigen "Cora I", geboren am 24.3.1887, gepaart und es fiel der legendäre "Tjop", geboren am 1.11.1899, mit der Stammbaumnummer LOSH 6132. Er und die hellfarbige "Dewet", LOSH 6466, (Vos II x Mouche) wurden die "Vertreter der Malinois". Nach Gründung des Klubs in Belgien (1895) sind aus rasselosen Bauernhunden elegante Rassehunde geworden, die aber ihre Qualitäten als Arbeitshunde beibehalten hatten. Charakter allgemein Charakter Tervueren, Charakter GroenendaelAlle Belgier sind Spätentwickler, und erst mit ca. 2-3 Jahren haben sie ihre psychische Reife erlangt und sind „erwachsen“. Da sie zudem noch sehr intelligent sind, müssen sie bereits beim Züchter gut geprägt und sozialisiert werden (Hunde aus Massenproduktionen zeigen Defizite im Sozialverhalten auf und sollten dort nicht gekauft werden). Fortführend helfen gute Welpenspielgruppen wo die Hunde gefördert, aber nicht überfordert werden sollen. Zu frühe, zu dominante oder falsche Ausbildungsversuche nehmen ihnen die innere Sicherheit und unterdrücken alle positiven, sprich verspielten, intelligenten Eigenschaften. Das Wichtigste für junge Belgier ist eine feste Bindung an seinen Besitzer, die am besten über Spiel zu erreichen ist. Konsequente sanfte Leitung mit mäßigem Stress in enger Familienbindung ist die beste Grundlage für seine Jugend. Charakter Malinois, Charakter LaekenoisBei diesen beiden Varietäten verhält es sich etwas anders. Von beiden Varietäten wurden vermehrt bereits zu Beginn der Zucht neben oben genannten Eigenschaften und der Schönheit noch ausgeprägter Wach- und Schutzdienst gefordert. Insofern bildeten sich vermehrt Linien, die überwiegend auf Leistungszucht selektiert wurden. Das gab und gibt es auch bei den Langhaarigen, aber zurzeit ist es überwiegend beim Malinois so. Da der Laekenois sehr eng an die Varietät des Malinois heranreicht, hat auch er vermehrt diese Eigenschaften. Nichts desto trotz ist der Malinois und der Laekenois nicht ausschließlich in Händen von Hundesportlern. Richtig großgezogen und ohne extremen Ehrgeiz geführt, entwickelt der Malinois und ebenso der Laekenois gleich den beiden langhaarigen Varietäten die Anlagen, die die besten Eigenschaften eines „Schäferhundes“ ausmachen: sauberes Sozialverhalten, ausdauernde Arbeitsfähigkeit und eine gewisse Härte. Aggressive Hunde haben auch im Hundesport nichts zu suchen und sollten zur Zucht nicht zugelassen werden. Pflege der Langhaarigen: Das gilt für alle: Ein vielseitiger, verspielter, intelligenter, sportlicher Hund für aktive Familien mit fröhlichen Menschen. Ein Hund, der vielseitiger nicht sein könnte. Ein Hund, mit dem man alle Sportarten betreiben kann, die die Vereine anbieten und darüber hinaus noch ein Hund, der sich in die Familie integriert und auch durchaus ohne Hundeplatz seine Berechtigung hat – sofern er geistig und körperlich beschäftigt wird. FCI-Standard Nr. 15 / 05.06.2002 /D Auszug Kopf: Hoch getragen, nicht übertrieben lang, gerade in seinen Begrenzungslinien, gut gemeißelt und trocken. Schädel und Fang sind ungefähr gleich lang; der Fang darf höchstens um ein Weniges länger sein, was dem Gesamtbild den letzten Schliff verleiht. Langhaar- Tervueren, Groenendael: kurz auf dem Kopf , auf den Außenflächen der Ohren und im Bereich der Gliedmassen. Am übrigen Körper ist das Haar lang und glatt, länger und reichlicher um den Hals herum und an der Vorbrust, wo es eine Mähne und eine Schürze bildet. Die Hinterseite der Schenkel ist von sehr langem und überaus reichlichem Haar bewachsen, welches sogenannte „Hosen“ bildet. An der Rute ist das reichlich entwickelte Haar lang und bildet eine Fahne. Farbe Groenendael: Nur einheitlich schwarz. Etwas weiß an der Vorbrust und an den Zehen ist zulässig. Als Mangel gelten wolliges, offenes oder zu kurzes Haar sowie roter Schimmer im schwarzen Haar, graue Hosen. Farbe Tervueren: Nur falbfarben-schwarz gewolkt oder grau-schwarz gewolkt mit schwarzer Maske, vorzugsweise jedoch falbfarben-schwarz gewolkt. Die Falbfarbe soll warm sein, weder hell noch ausgewaschen. Alle Hunde, die anders als falbfarben-schwarz gewolkt sind oder deren Farbnuance der gewünschten Intensität nicht entspricht, können nicht als vorzügliche Exemplare angesehen werden. (Erläuterung: überwiegend spricht man von rot, rotbraun, beige oder grau. Als „schwarz gewolkt“ bezeichnet man die sogenannte Charbonnage. Das einzelne Haar ist dreifarbige, das Ende erscheint schwarz = es sieht aus als streiche man mit einer berußten Hand über den Hund – K.K.) Kurzhaar: MalinoisAuf dem Kopf, auf den Außenflächen der Ohren und im unteren Bereich der Gliedmaßen ist das Haar sehr kurz. Am übrigen Körper ist es kurz, reichlicher an der Rute und um den Hals Farbe Malinois: Nur falbfarben-schwarzgewolkt mit schwarzer Maske. Rauhhaar: LaekenoisKennzeichnend für die rauhaarige Varietät ist vor allem die harte und trockene Beschaffenheit des Haars, das zerzaust ist und bei Berührung gleichsam „knistert“. Die Länge beträgt überall am Körper etwa 6 cm, aber es ist kürzer auf dem Nasenrücken, an der Stirn und an den Gliedmaßen. Weder in der Umgebung der Augen noch am Fang soll das Haar so reich entwickelt sein, dass es die Form des Kopfes verbergen würde. Dennoch muss ein guter Haarbewuchs am Fang unbedingt vorhanden sein. Die Rute darf keine Fahne bilden. Farbe Laekenois: Nur falbfarben, mit Spuren von schwarzer Wolkung. Mit freundlicher Genehmigung: Verfasst Karla Klapproth |
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